Stromzähler
Ein Stromzähler findet sich in praktisch jedem Haushalt. Viele Verbraucher schenken dem kleinen Kästchen nur wenig Aufmerksamkeit. Zu Unrecht, denn eine regelmäßige Kontrolle des Zählerstands kann sich lohnen. Mit einem digitalen Stromzähler, einem sogenannten Smart Meter, können Kunden darüber hinaus gezielt Strom sparen. Und auch beim Stromwechsel wird der Stromzähler gebraucht, denn ohne Zählernummer ist ein Anbieterwechsel nicht möglich.
Der Stromzähler ist in Einfamilienhäusern meist im oder am Sicherungskasten angebracht. In Mehrfamilienhäusern kann er sich auch im Gang oder in einem separaten Raum im Keller befinden. In diesem Fall müssen Mieter gegebenenfalls den Vermieter oder Hausmeister ansprechen, um Zugang zum Zähler zu erhalten. Ein generelles Recht auf unbegrenzten Zugang zum Stromzähler gibt es zwar nicht – wohl aber einzelne Urteile, in denen Mietern dies im Einzelfall zugesprochen wurde.
So finden Nutzer die Zählernummer
Die Zählernummer wird bei einem Stromanbieterwechsel benötigt, um den betreffenden Anschluss eindeutig im Stromnetz zu identifizieren. Dies ist über die Postanschrift nicht möglich, da es sehr häufig mehrere Stromanschlüsse und Stromzähler an einer Adresse gibt, zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern, falls ein eigener Anschluss für eine Elektroheizung genutzt wird oder falls mehrere Gebäude auf einem Grundstück stehen. Die Zählernummer besteht je nach Netzbetreiber aus Zahlen oder Zahlen und Buchstaben. Sie ist auf einer Plakette oder einem Aufkleber auf der Vorderseite des Zählers zu finden. Häufig ist dort auch ein Eigentumshinweis des Stromnetzbetreibers angebracht.
Der Zählerstand wird dagegen nicht benötigt, um einen Anbieterwechsel in Auftrag zu geben. Er sollte jedoch an dem Tag abgelesen und an den neuen Versorger gemeldet werden, an dem die Stromversorgung umgestellt wird. Dadurch wird dokumentiert, wie hoch der Zählerstand beim Wechsel war. Auch bei Preiserhöhungen sollten Stromkunden ihren Zählerstand festhalten und melden. Auf diese Weise können sie verhindern, dass der Stromanbieter schätzt, wie hoch der Verbrauch bis zum Wirksamwerden der höheren Preise war und dabei einen zu geringen Wert ansetzt, was die Stromrechnung unnötig erhöht.
Zählerstand regelmäßig ablesen und sparen
Auch wenn kein Wechsel durchgeführt wird und keine Preiserhöhung ansteht, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf das Zählwerk. Auf diese Weise kann erstens abgeschätzt werden, ob am Ende des Abrechnungszeitraums eine Nachzahlung zu erwarten ist. Zweitens ist es dadurch möglich, den eigenen Verbrauch im Blick zu behalten und Ausreißer, zum Beispiel durch einen technischen Defekt, zu erkennen. Auch die Wirksamkeit von Energiesparbemühungen kann mit Hilfe des Stromzählers einfach überprüft werden.
Einfacher und komfortabler funktioniert das mit einem Smart Meter, einem digitalen Stromzähler. In Neubauten sind sie mittlerweile Pflicht. Diese Geräte zeigen nicht nur an, welche Strommenge an dem Anschluss abgenommen wurde, sondern können den Verbrauch viertelstunden- oder gar minutengenau erfassen und per Datenübertragung an den Kunden oder den Stromversorger melden. Kunden können ihren Energieverbrauch dadurch detailliert analysieren. Zudem wird die Nutzung zeit- oder lastvariabler Tarife möglich. Im Stromnetz der Zukunft sollen Smart Meter auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine von selbst dann anwerfen, wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht und damit billig ist. Datenschützer warnen allerdings, dass digitale Stromzähler durch ihre detaillierten Aufzeichnungen auch ein Risiko für die Datensicherheit darstellen können.


