Der Gasverbrauch ist für Verbraucher eine wichtige Größe. Einerseits bestimmt sie in Kombination mit dem gewählten Gastarif die Gaskosten. Zum anderen ist der Verbrauch an Gas wichtig, um einen passenden und günstigen Tarif finden zu können. Denn längst nicht jedes Angebot ist für jeden Gasbedarf geeignet. Verschiedene Tarifmodelle der Gasanbieter sind speziell auf bestimmte Verbrauchsmuster zugeschnitten, so dass der Kunde vor Vertragsschluss gut über seinen Gasverbrauch Bescheid wissen sollte. Wird ein zu hoher oder zu niedriger Wert in den Vergleichsrechner eingegeben, können keine günstigen Gastarife gefunden werden.
Verbrauch von Gas ermitteln
Verbraucher, die nicht umgezogen sind, ihre Heizung oder Wärmedämmung nicht erneuert haben und ihr Nutzerverhalten nicht geändert haben, können ihren Verbrauch auf eine simple Art und Weise bestimmten: Mit einem Blick auf die letzte Jahresrechnung. Dort ist ihr jährlicher Gasverbrauch in Kilowattstunden angegeben – genau der Wert, den der Gasrechner benötigt, um Tarife zu vergleichen.
Beim Neueinzug in eine Wohnung wird Mietern oder Käufern häufig ein Energieausweis übergeben, der den Gasverbrauch der Wohnung für Heizung und/oder Warmwasser angibt. Dieser Wert kann jedoch – abhängig von der Nutzung – durchaus schwanken. Alternativ kann der Verbrauch auch abhängig von der Wohnungsgröße geschätzt werden. Der Gasrechner bietet dazu Richtwerte an. Wenn der Gasverbrauch allerdings nicht exakt bekannt ist, sollten Kunden auf Pakettarife und Tarife mit Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag verzichten, die oft nur günstig sind, wenn der angegebene Verbrauchswert nicht eingehalten wird.
Gasverbrauch umrechnen
Der Gaszähler im Haus erfasst nur das Volumen des Gases, das durch die Leitung strömt. Je nach Herkunft und Zusammensetzung enthält Gas aber eine unterschiedliche Energiemenge. Zudem spielen Temperatur und Luftdruck eine Rolle. Gasversorger berücksichtigen diese Faktoren bei ihrer Abrechnung und rechnen den Gasverbrauch in Kilowattstunden um. Falls der eigene Gasverbrauch nur in Kubikmetern bekannt ist, kann der Abrechnungsbrennwert beim Gasnetzbetreiber erfragt werden, um den Verbrauch in Kilowattstunden umzurechnen. Näherungsweise kann der Gasverbrauch in Kubikmetern auch mit dem Faktor zehn multipliziert werden, um einen Schätzwert in Kilowattstunden zu erhalten.
Gas sparen und Verbrauch senken
Nicht nur durch einen günstigen Tarif können Haushalte beim Gas sparen, sondern auch durch einen sinkenden Verbrauch. Davon profitiert nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Denn ein niedrigerer Gasverbrauch bedeutet auch geringere Treibhausgasemissionen. Gas sparen lässt sich mit einigen Tricks oft ohne große Einschränkungen. So sollte die Nachtabsenkung der Heizung genutzt werden. Dadurch sinkt nachts der Gasverbrauch. Zu tief sollte die Nachttemperatur aber auch nicht gewählt werden, denn auch das Wiederaufheizen der ausgekühlten Wohnung kostet Energie. Empfehlenswert sind rund 16 Grad.
Auch untertags gilt: Nicht überheizen. Die Faustformel: Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Gasverbrauch um rund sechs Prozent. In Gang und Küche reichen meist 18 Grad, im Wohnzimmer dürfen es auch etwas mehr als 20 Grad sein. Wichtig: Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen halten, sonst schlägt sich Feuchtigkeit an den kühleren Wänden nieder und es droht Schimmel. Die Heizkörper sollten außerdem nicht verstellt oder von Vorhängen bedeckt werden – auch das reduziert den Gasverbrauch.
Wichtig ist auch richtiges Lüften. Gekippte Fenster verschwenden Energie. Besser ist es, sie bei Bedarf ganz zu öffnen – am besten in der gesamten Wohnung, so dass ein Durchzug entsteht. Auf diese Weise kühlen die Wände nicht aus, was dem Gasverbrauch zugutekommt. Den Verbrauch reduziert auch eine regelmäßige Wartung und Einstellung der Anlage. Die größte Senkung des Gasverbrauchs lässt sich aber natürlich durch eine Modernisierung der Heizung und eine bessere Wärmedämmung erreichen.


